„Kein Mensch ist illegal“ – Multiplikatorenschulung

 
"Kein Mensch ist illegal" – Multiplikatorenschulung im Marstall Clemenswerth erfolgreich gestartet  
 
 
Die Teilnehmenden der Multiplikatorenschulung setzten mit dem „Willkommen“-Zeichen des Bistums Essen ein Zeichen der Solidarität mit Geflüchteten und Neuankömmlingen in Deutschland. Bild: Josef Becker
 
Täglich kommen Geflüchtete nach Deutschland – zu Fuß, in teils völlig überladenen LKWs und mittlerweile auch in Sonderzügen. In diesem Sommer ist ihnen außergewöhnlich viel Aufmerksamkeit zuteil geworden. Die Medien berichten ausführlich und große Teile der deutschen Bevölkerung zeigen beeindruckende Hilfsbereitschaft. Auf der anderen Seite stehen leider auch angezündete Flüchtlingsunterkünfte, Ressentiments und Vorurteile gegenüber „Wirtschaftsflüchtlingen“, die angeblich „massenhaften Asylmissbrauch“ betreiben.
 
In der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth fand am ersten Septemberwochenende erstmals eine Multiplikatorenschulung unter dem Motto „Kein Mensch ist illegal“ statt. 14 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Bistum Osnabrück folgten der Einladung zu der Kooperationsveranstaltung zwischen CAJ, dem Bildungsinstitut der arbeitenden Jugend, der BDKJ-Fachstelle Soziale Gerechtigkeit und dem Marstall Clemenswerth, um ihren Fragen rund um das Thema Flucht und Migration Ausdruck zu verleihen und gemeinsam nach Antworten zu suchen. Auf dem Programm stand dabei die Auseinandersetzung mit der „Festung Europa“, die in Gestalt der Grenzschutzorganisation Frontex und dem kürzlich errichteten innereuropäischen Grenzzaun in Ungarn durch Abschottung und Abschreckung versucht, Flüchtlinge von der EU fernzuhalten.
 
Doch solange Kriege, diktatorische Regime, wirtschaftliche Not und fehlende Entwicklungsperspektiven weiter existieren, werden weiterhin viele Menschen ihr Heil nur in der lebensgefährlichen und oft tödlichen Flucht nach Europa suchen, lautete eine ebenso einfache wie zentrale Erkenntnis der Teilnehmenden. Aus dieser Einsicht heraus widmeten sich die zumeist in der kirchlichen Jugendarbeit engagierten Anwesenden gängigen Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen und übten sich darin, Stammtischparolen und Ressentiments Argumente entgegenzusetzen. Und nicht zuletzt setzten die inhaltlich dichten zweieinhalb Tage Kräfte und Kreativität frei: Vom Tageseinstieg über öffentliche Aktionen bis hin zu Freizeiten für Flüchtlingskinder wurden Möglichkeiten zum Engagement vorgestellt und entwickelt, denen sich die äußerst motivierten Teilnehmenden in Zukunft widmen wollen.

Text: Josef Becker

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